Unvereinbarkeitserklärungen des Vereins

 

Der Verein Sozialhelfer.org hat nach der Präambel in der Satzung verschiedene Unvereinbarkeitsbeschlüsse gefasst.

Der Verein bekennt sich zu einer "offenen Gesellschaft" und gegen jegliche Formen von "gruppenbezogender Menschenfeindlichtkeit". 

Aus diesem und anderen Bekenntnissen des Vereins ergeben sich verschiedene Unvereinbarkeiten mit verschiedenen Organisationen.

Unvereinbarkeitsbeschluss zu Mehr Demokratie e.V. wegen unklarer Distanzierung von AfD und AfD-Mandatsträger*innen.

Unvereinbarkeitsbeschluss zu RosaLinde e.V. Zwar wurde jetzt hier im Nachhinein ein recht akzeptabler Text verabschiedet, jedoch haben wir mitbekommen, wie dieser zustande kam und gegen welche Widerstände dieser Beschluss gefasst wurde. Eine klare Ablehnung der AfD fehlt in dem Selbstverständnis. In der Diskussion zur Verabschiedung des Selbstverständnisses kam zum Ausdruck, dass auch bekennende AfD-Wähler akzeptiert werden und auch aufgrund der angeblichen Neutralität des Christopher-Street-Day Leipzig die AfD einen Stand dort haben dürfte. Dies halten wir in Anbetracht der Ausrichtung der AfD für nicht hinnehmbar.

Unvereinbarkeitsbeschluss gegen jegliche Organisationen, die die Lehren von Rudolf Steiner der Anthroposophischen Gesellschaft oder der Christengemeinschaft (auch Waldorfschulen und Waldorfkindergärten sowie Demeter oder Weleda-Produkte) vertreten.

Die Lehren von Rudolf Steiner sind von rassistischen und antisemitischen Aussagen durchzogen und die Anthroposophische Gesellschaft und deren nahestenden Organisationen haben sich bis heute nicht eindeutig von dieser Haltung distanziert.

So spricht Rudolf Steiner in seinen Werken von dem "triebhaften Neger" und von Wurzelrassen.

"Steiner behauptet, dass auf dem Planeten Erden nacheinander sieben Wurzelrassen mit je sieben Unterrassen auftreten. Viele dieser Rassen haben in bestimmten historischen Phasen bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Ist ihre Mission erfüllt, gelten ihre Nachkommen in Steiners Anthroposophie als entwicklungsunfähig und dekadent, wie etwa die Franzosen und Italiener, weil das Zeitalter der Romanen als der vierten arischen Unterrasse nach seiner Berechnung 1415 endet. Nachfolger sind die Germanen bzw. die Deutschen als fünfte arisch Unterrasse. Ihre Aufgabe sei, bis 3573 das göttliche Ich im Menschen zu entdecken und die Re- Spiritualisierung einzuleiten." 

"Die fünfte arische Wurzelrasse entstand demnach in Zentralasien aus dem Kern von überlebenden Auswanderern von Atlantis. Diese Arier wanderten zurück nach Westen und gründeten auf ihrem Weg alle Hochkulturen. Der Ariermythos der Anthroposophen ähnelt dem der Nazis. Differenzen gab es, weil viele Völkische das mystische Thule im Nordmeer als Heimat der Germanen ansahen. Eine Debatte unter Rassisten."

"Das erklärte Ziel der Anthroposophie ist die Höherentwicklung des Geistes, jener „göttlichen Funken“, die auch in Körpern von Angehörigen der als minderwertig oder dekadent definierten Rassen reinkarnieren. Anthroposophischer Rassismus ist karmische Entwicklungshilfe, faktisch ist es Anmaßung und (kolonialistische) Bevormundung."(Peter Bierl in "Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik.")

Auch der Antisemitismus ist bei Rudolf Steiner sehr deutlich. 

"Anhand der veröffentlichten Briefe, Zeitungsartikel, Vorträge und Bücher von Steiner lässt sich belegen, dass seine Haltung gegenüber Juden sich im Lauf der Zeit veränderte. In einer kurzen Phase zwischen etwa 1898 und 1901 wandte er sich gegen Antisemitismus, blieb sich aber in einem wichtigen Punkt stets treu. Er war überzeugt, dass das Judentum sich überlebt habe; er vertrat wie auch viele Liberale und Linke, dass sich die Juden assimilieren sollten, und das bedeutete für ihn, dass jede eigenständige jüdische Identität verschwinden müsse. Daraus resultierte auch seine scharfe Abneigung gegen den Zionismus."

"Von 1882 bis 1891 schrieb Steiner für die deutsch-nationale Presse in Österreich. Er behauptete, die Juden gehörten einen Volk an, „dessen Religion keine Freiheit des Geistes kennt“ und das die deutsche Sprache mit jüdischen Wendungen verhöhne. (Steiner, Gesammelte Aufsätze zur Literatur 1884-1902, GA 32, S.119; Gesammelte Aufsätze zur Dramaturgie, GA 29, S.36)

1888 rezensierte Steiner den Roman Homunculus des völkischen Schriftstellers Robert Hamerling (1830-1889). Steiner schrieb: „Es ist gewiss nicht zu leugnen, dass heute das Judentum noch immer als geschlossenes Ganzes auftritt und als solches in die Entwickelung unserer Zustände vielfach eingegriffen hat, und das in einer Weise, die den abendländischen Kulturideen nichts weniger als günstig war. Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion allein, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise.“ (Steiner, Robert Hamerling - Homunkulus, GA 32, S.145f.)

Einzelne Versuche sich von dem Rassismus und Antisemitusmuss Steiners zu lösen z. B. vom Bund der freien Waldorfschulen endeten in einer Erklärung, die jedoch nur einzelne Teilaspekte berücksichtigte und es so darstellte, als wären die rassistischen und antisemitischen Kommentare Steiners nur einzelne Entgleisungen.

Die rassistische und antisemitische Haltung Rudolf Steiners zieht sich jedoch durch alle seine Werke und ist Bestandteil seiner Weltanschauung. Viele anthroposophische Einrichtungen gehen dazu über, in Leitbildern die Vielfalt und Toleranz zu betonen. Keine der Einrichtungen distanziert sich jedoch wirklich von der rassistischen und antisemitischen Haltung Steiners. Selbst wenn diese Einrichtungen sich nach außen gern als "weltoffen" präsentieren und die Vielfalt hochhalten, so zeigen sich doch immer wieder die hässlichen Fratzen des Antisemitismus und Rassismus im aktuellen politischen Geschehen in Bezug auf anthroposophische Einrichtungen.

https://www.swp.de/suedwesten/staedte/goeppingen/waldorfschule-in-erklaerungsnot-20123639.html

https://steinerquotes.tumblr.com/post/122358514630/schuelerinnen-enttarnern-waldorflehrer-als-neonazi

 

Viele anthroposophische Einrichtungen bekennen sich angeblich zu den Menschenrechten. Hierzu sollte auch die Gewaltfreiheit in der Pädagogik zählen. Jedoch auch hier, nicht nur einzelne Entgleisungen, sondern es wird durch die Lehren Rudolf Steiners die Anwendung von Gewalt gerechtfertigt. 

So schreibt Rudolf Steiner schließlich in seinen Werken: 

"Da sind wir harthäutig dagegen; aber tragen wir nur ja nicht selber dazu bei. Schweigen wir über alles das, was wir handhaben in der Schule. Halten wir uns an eine Art Schulgeheimnis. Reden wir nicht zu den Außenstehenden, außer zu den Eltern, die mit Fragen zu uns kommen, und da wiederum immer nur über die eigenen Kinder, dass nicht zu Geschwätzen Veranlassung gegeben wird."(GA 300a, S. 73)

"Man kann es vermeiden, Strafen herbeizuführen. Aber unter Umständen kann es auch einmal notwendig sein, dass man sogar ein bisschen prügelt. Aber man soll doch das Ideal befolgen, es zu vermeiden." (GA 300a, S. 83f.)

Deutlich wird auch in all den Gewaltvorfällen an Waldorfschulen, dass das System des Leugnens von Geschehnissen zum Grundsatz des Umgangs aller anthroposophischen Einrichtungen gehört. Gewaltvorfälle werden bis zum tatsächlichen Gegenbeweis geleugnet und es wird mit aller Macht versucht, die Opfer als unglaubhaft darzustellen.

Aggressive Umdeutungskampagnen der Anthroposophischen Gesellschaft

Vielfach wird von anthroposophischen Einrichtungen versucht entsprechende Berichterstattung über antisemitische, rassistische oder gewalttätige Vorfälle an anthroposophischen Einrichtungen zu unterbinden. Hierzu scheint der Anthroposophischen Gesellschaft auch jedes Mittel recht zu sein, es werden Zeugen eingeschüchtert und bedroht. 

https://taz.de/Antisemitismus-an-der-Waldorfschule/!1233476/

 

Wir vertreten Gewaltopfer, die durch Personen in anthroposophischen Einrichtungen geschädigt wurden.

 

Die meisten esoterischen Weltanschauungen versuchen sich den Anstrich einer angeblichen wissenschaftlichen These zu geben. So auch die Anthroposophen. Immer wieder wird von angeblich wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen oder von einer angeblichen "Geistes-Wissenschaft" in der Anthroposophie gesprochen. Jedoch stellen sich diese meistens nicht als Beweise heraus, sondern als Grundannahmen, die als "Wahrheit" verkauft werden. Insoweit ist die Anthroposophie keine Wissenschaft, sondern eine Esoterik-Religion.

Zunehmend sammeln sich in dem anthroposophischen Umfeld auch immer mehr Anhänger*innen von Verschwörungserzählungen und "Impfkritiker*innen", von denen wir uns ebenfalls abgrenzen möchten.

Wir sehen in diesen Organisationen eine grundsätzliche menschenfeindliche Haltung, die unvereinbar mit unserer Satzung ist.